2026 Island

Westfjorde Teil 3: Aurora in der Nacht, Wind und Wasser aus allen Richtungen durch den Tag

Nach dem leckeren Plokkfiskur Abendessen im Fischerman’s Suðureyri begaben wir uns zeitig ins Bett, denn die Aurora App hatte bereits seit Längerem prognostiziert, dass Nordlichter um 3 Uhr morgens zu sehen sein würden. Der relevante KP-Index ist aber nicht alleine aussagekräftig, denn die Wolkenabdeckung muss mit in die Wahrscheinlichkeit eingerechnet werden. Wolken in Suðureyri prognostizieren? Das wäre fast gleich, wie wenn man Trumps nächste Amtshandlung einschätzen könnte. Also unmöglich.

Kaum hatte der Verfasser nach Fertigstellung seines Vortagesberichts sein kuscheliges Pyjama montiert, wagte er noch einen prüfenden Blick aus dem Fenster. 11 Uhr und erste Striemen einer Aurora Borealis waren dem Himmel zu entnehmen. 20 Minuten später suchten wir uns westlich des Dorfes einen Platz an der Küste, der frei von irgendwelcher Lichtverschmutzung ist. Zwischen 0:20 Uhr und 1:00 Uhr morgens lief das Schauspiel und es war wiederum magisch. Meer, Halbinsel eines Westfjords, die Wolken als Szene, es war genial:

Nach einer aus gutem Grund etwas zu kurz geratenen Nacht, aber einem dafür ausgiebigerem Frühstück, verliessen wir das nette Fischerdorf durch den längsten Strassentunnel Islands mit dem Namen «Vestfjarðagöng«. Erwähnenswert ist, dass dieser Tunnel über 3 Einfahrten verfügt und die Tunnelröhren im Innern sich an einer Kreuzung treffen:

Auf der Route 60 folgend fuhren wir nach Þingeyri, einem Dorf mit bloss 280 Einwohner, entsprechend schnell war unsere kurze Sightseeingtour beendet. Von da führt eine wunderschöne Fahrt über die Route 626 über den Hrafnseyrarheiði Pass. Auf der gesamten Strecke begegneten wir nicht einem einzigen Fahrzeug und begegneten den ersten Schneeflocken.

Wieder zurück auf der Route 60 wartete der bekannteste Touristen Hotspot der Westfjorde, der Dynjandi Wasserfall (und seine fünf kleineren Kollegen unterhalb). Wegen ordentlicher Windgeschwindigkeiten und Dauerregen waren keine 10 Personen zugegen, wobei die meisten in ihrem Auto auf Wetterbesserung warteten. Trotz garstiger Verhältnisse nahmen wir den kurzen Wanderweg nach oben unter die Füsse und wurden mit diesem Highlight mehr als belohnt. Der Dynjandi fächert das Wasser von oben 30 Meter Breite auf 60 Meter Breite in 100 Metern Falltiefe!

Wir folgten weiter der 63 Richtung Süden und fanden westlich von Tálknafjörður eine Bademöglichkeit in bestem Zustand. Anfangs alleine und später teilten wir das Bad mit einem einheimischen Isländer, der viele interessante Geschichten zu erzählen hatte. Bemerkenswert vor Ort sind die zahlreichen Verbotsschilder, besonders dasjenige ganz rechts 🤣…

Heute war die Zeit tatsächlich zu knapp, damit wir noch das nächste Highlight hätten anfahren können, den Rauðisandur Strand im Südwesten. Zu ungünstiges Wetter und vor allem begann es auf der weiteren Fahrt einzudunkeln…

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