Wüste, Schwefel und Wasser
Gestern Abend kehrten wir an einen Sehnsuchtsort zurück, den wir bei unserer ersten Islandreise kennengelernt hatten: Möðrudalur. Im Nirgendwo zwischen Myvatn und Egilsstaðir liegend, etwa 20 Fahrminuten abseits von der Ringstrasse. Dank geringer Lichtverschmutzung ein privilegierter Ort für nächste Aurora Sichtungen. Um 1 Uhr morgens (erneut) war es dann einmal mehr soweit und ein schöner Bogen zog sich quer über den sternenklaren Himmel oberhalb unseres Hotels:

Eine lustige, nicht alltägliche Überraschung gab es am nächsten Morgen während des Frühstücks. Während der genüsslichen Verköstigung eines Rührei mit Speck schaut plötzlich ein Schwein zum Fenster rein 😆.

Insgesamt sind es zwei, die sich auf dem ganzen Gelände frei bewegen dürfen. Die würden uns zustimmen: Hier ist ein besonderer Ort.

Bereits 2015 hatte uns interessiert, wie es auf der Schotterstrasse 901 weitergeht, jedoch durften wir diese mit dem damaligen Wohnmobil nicht befahren. Dies haben wir heute nachgeholt und sind die Strecke bis zurück auf die Ringstrasse gefahren. Eine eindrückliche mondähnliche Wüstenlandschaft in Morgennebel:



Nach dieser Exkursion kehrten wir in westlicher Richtung zum Námafjall zurück, dem gelbbraun eingefärbten Bergrücken östlich vom Myvatn See. Leider ist dieser Ort zu einer fernöstlichen Spielwiese verkommen mit kostenpflichtigem Parkplatz (und nachdenklich stimmenden Verbotsschildern), was für uns leider eine Verschlechterung des Erlebnisses von 2015 bedeutete. Es bleibt eindrücklich, jedoch hat es für unseren Geschmack den ursprünglichen Charakter nicht mehr.






Tja, dieser Besuch fiel definitiv kürzer aus und wir würden allen Besuchern raten, mehr Zeit rund um den Krafla Vulkan zu verbringen anstelle von diesem Technorama für Schnellreisende. Wir suchten also das Weite und fuhren weiter zum Dettifoss, dem 100 Meter breiten Wasserfall. Auch hier zeigte sich schnell, wie der zunehmende Tourismus Veränderungen mit sich brachte. Breite, ausgebaute Strassen und grosse Parkplätze führen die Gäste nahe ans Ziel. Sehenswert ist der Dettifoss auf alle Fälle, denn er gehört ja auch zu den grössten in ganz Europa. Zudem trafen wir Freunde aus der Schweiz und konnten das Ganze gemeinsam erleben mit späterem Abendessen in Husavík – war cool, danke vielmals an dieser Stelle!




Auf dem Weg nach Husavík sahen wir uns noch zwei Walkadaver auf einem schwarzen Sandstrand an. Diese sind bereits vor über einem Jahr gestrandet und verwesen langsam vor sich hin. Tragisch und eindrücklich gleichzeitig.

Lecker und gemütlich: Das Restaurant Gamli Baukur im Hafen von Husavík.



