2026 Island

Der Süden Islands

Gleich nördlich von Höfn, wo wir genächtigt haben, befindet sich die Gletscherzunge «Hoffellsfjöll». Sie ist eine von zahlreichen Gletscherzungen des unglaublich grossen Vatnajökull Gletschers. Wir haben uns diese hier für eine Wanderung ausgesucht, weil sie sich auf etwas Distanz zur belebten Ringstrasse befindet. Normalerweise führt eine Schotterstrasse für Geländewagen zu einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe des darunterliegenden Gletschersees. Für den Tesla wäre diese nicht passierbar gewesen und deshalb bereiteten wir uns für eine Wanderung viel weiter unten vor. Die Strasse wurde sowieso wegen zahlreicher unpassierbaren Stellen gesperrt und so waren wir tatsächlich die Einzigen, die sich da hochwagten. Inklusive paar herausfordernden Wasserüberquerungen.

Und es lohnte sich, denn alleine dieser Ausläufer des Vatnajökulls ist beeindruckend. Im Vergleich zu anderen Gletschern in Europa schmilzt dieser hier überdurchschnittlich, leider…

Hoffellsfjöll

Mit «Lust nach noch mehr» erweiterten wir unsere Erkundungstour spontan und statteten der nächstfolgenden Gletscherzunge namens «Fláajökull» ebenfalls einen Besuch ab. An dieser Stelle hatte es vor paar Jahren nach intensiven Regenfällen eine Fussgängerbrücke komplett weggespült. Es kann also ordentlich wild werden hier.

Nach einer längeren Autofahrt auf der Ringstrasse 1 Richtung Westen erreichten wir eines der beliebtesten Touristenziele überhaupt, den «Diamond Beach». 2015 hatten wir diesen im Sommer bereits besucht. Wir erinnern uns genau: Es war dermassen kalt, dass wir nach höchstens 30 Minuten wieder im Motorhome sassen und eine warme Schokolade zu uns nehmen mussten. Garstig war es.

Heute hatten wir Wetterglück und wurden Zeugen, weshalb die Betitelung als «Diamond Beach» nicht übertrieben ist. Die vom Gletscher abgetragenen Eisblöcke werden vom Meer an den Strand zurückgespült. Im schwarzen Sand glänzen die Eisstücke wie Diamanten in der Sonne. Jedes ist fast ein Unikat…

Im Jökulsárlón Gletschersee sammeln sich die abgebrochenen Eisblöcke, bevor sie vom Fluss Richtung Meer geschwemmt werden. Für James Bond Fans: Zweimal wurden hier Szenen für Filme gedreht: A View to a Kill in 1985 and Die Another Day in 2002…

Trotz der massiv gestiegenen Touristenzahl am Diamond Beach war es ein super Erlebnis. Der Strand bietet reichlich Platz für alle Begeisterten, so dass bestimmt auch alle ihr Wunschsujet eines (vergänglichen) Diamanten finden.

Auf unserer Weiterreise zum Hotel glühte der Horizont förmlich auf.

Um 23 Uhr im Hotel sahen wir erste Polarlichter am Himmel aufziehen. Es waren die stärksten seit Langem und vor allem dauerten sie mehr oder weniger die ganze Nacht an.

Zeitrafferaufnahme (1 Stunde lang alle 20 Sekunden eine Aufnahme)

Gleich in der Nähe des Hotels befanden sich zum Start des nächsten Tags unseres Roadtrips zwei Sehenswürdigkeiten. Der Stjórnarfoss, ein relativ flacher Wasserfall, aber aufgrund seiner breiten Auffächerung sieht es fast aus wie ein versenkter Kopf mit Pony-Haarschnitt.

Kaum 500 Meter weiter ein Ort, den wir noch von 2015 kennen: das Kirkjugólf Natural Monument. Sieht aus wie ein menschengemachter Kirchenboden und daher der Name. Es handelt sich aber um wunderschön ausgeformte Basaltsäulen in einer selten auffindbaren Perfektion wie hier.

Der Fjaðrárgljúfur Canyon hatten wir bis vor Kurzem überhaupt nicht auf dem Radar. Durch Hinweise aus einer App names «Iceland is beautiful» sahen wir uns das aus der Nähe an. Der erste Parkplatz war zum Platzen voll und aktuell wird ein zweiter Parkplatz nebenan gebaut. Ein echter Geheimtip scheint dieser Canyon also nicht zu sein… Trotzdem wunderschöne Farben, die es hier zu bestaunen gab. Verständlich also, dass Touris in Schwärmen hierher kommen.

Der Katla Geopark nordöstlich von Vik hatten wir uns als nächsten Zielort vorgemerkt, weil die Anreise über eine herausfordernde Strecke zum Þakgil Campgorund führt und wir uns den Ort gut ohne Rummel vorstellen konnten. So war’s dann auch, denn nur eine Handvoll Personen verlor sich in dem weitläufigen Gebiet unterhalb des Mýrdalsjökull Gletschers. Der Katla Vulkan ist einer der aktivsten in Island überhaupt und das wurde uns geschmacklich dargelegt. Während unserer Wanderungen wurden wir an diversen Stellen von schwefeligem Geruch begleitet – ein Zeichen dafür, dass der Vulkan etwas aktiver ist als sonst.

Ausläufer des Mýrdalsjökull Gletschers
Blick in Richtung Südküste – farblich unbeschreiblich
Kontrast vom Feinsten
Wer sieht den Vogel?

Zum ersten Mal hatten wir Mühe, ein Hotelzimmer Last Minute zu reservieren. In Vik kann man sich vollbelegten Hotels erfreuen. Wir sind in einem Hostel gelandet, dessen Gebäude seit dem Jahr 1908 besteht. Old City Vik. Dass wir in einer mehrbesseren Besenkammer zum Preis von einem Hotelzimmer schlafen, muss jetzt nicht gross erzählt werden 😉

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert