2024 Northern Lights

Krasse Fahrt nach Bodø

So etwas habe ich in meiner nicht ganz unbeeindruckenden Karriere als Autofahrer noch nie erlebt. Eine glänzende, spiegelglatte Fahrbahn über ca. 50 km. Diese hatte sich irgendwie schleichend ergeben. Bis und nach Mo i Rana („Hof am Rana“) lag viel Split verteilt da und sorgte für entsprechend gute Traktion.

Irgendwann wurde es aber äusserst spektakulär. An einem Hoger in Richtung des Passübergangs des „Saltfjellveien“ stand ein LKW mit Warnblinkern auf der linken Spur und wir versuchten diesen mit Schuss zu erklimmen. Ein Plan, der ganz und gar nicht aufging. Mit durchdrehenden Rädern verabschiedeten wir uns wie der LKW auf die linke Spur. Dank des spärlichen Verkehrs ein ungefährliches Manöver. Langsam fuhren wir im Rückwärtsgang wieder bergab. Dies funktionierte fast die ganze Strecke problemlos. Doch aus heiteren Himmel brachen plötzlich die Vorderräder aus und der ganze Bulli fing sich an zu drehen. Wie in einem Knight Rider Stunt drehten wir uns 180 Grad, so dass die Schnauze bergab schaute. Das beste dabei: die Pirouette war so gut, dass Tane dachte, dass ich diese geplant hatte 😂. Hätte ich auch nie zugeben müssen, dass dem nicht so war 😉.


Wir retteten uns auf einen Parkplatz weiter unten und entschlossen nach einer viertelstündigen Denkpause, den Hoger noch einmal in Angriff zu nehmen. Dieses Mal mit den neu beschafften Schneeketten.

Und siehe da – mit behäbigem Gaspedal rumpelten wir über die Eisfläche und wurden für die Umbauaktion belohnt. Es gab in der Folge noch zahlreiche Situationen, wo das Heck drohte wegzuschlittern. Dies konnte ich aber gut auffangen, aber kaum auszudenken, wenn wir diese Strecke ohne Ketten hätten bewältigen sollen 🤦‍♂️.

So kraxelten wir mit max. 45 km/h weiter bis nach dem famosen Arctic Circle und von da an wurde die Fahrbahn wieder viel besser.

Das Besucherzentrum war geschlossen und wegen eines querstehenden Schneewalls nicht einmal der Parkplatz erreichbar. Weitere 5 km später erreichten wir den höchsten Punkt des Passes mit 680 Meter über Meer. Im Winter ist das eine unwirkliche Gegend, im Sommer ein Wanderparadies. Die Strassenverhältnisse waren dermassen gut, dass wir entschlossen, uns der Schneeketten wieder zu entledigen, um wieder schneller fahren zu können.

Unser Etappenziel Bodø erreichten wir anschliessend ohne weitere grössere Schwierigkeiten, jedoch hatte es auch hier partiell äusserst glatte Stellen in Küstennähe.
In Bodø haben wir wiederum einen Gratis Stellplatz.


Kaum angekommen, prüfte ich einmal mehr die Fährverbindungen auf die Lofoten. Wir wussten, dass am 26.12. nur eine einzige Fähre angeboten wird um 13 Uhr. Kaum angekommen, wurde diese ersatzlos gestrichen wegen rauher See und hoher Windgeschwindigkeiten.

Wer ohne fixen Plan reist, ist somit klar im Vorteil. Es ärgert uns daher überhaupt nicht und haben Verständnis für den Entscheid. Denn es ist wirklich garstig da draussen auf See. Anlässlich unseres Weihnachtsessens im Büssli konnten wir somit auch gleich neue, alternative Ziele diskutieren. Mehr darüber also im nächsten Beitrag…

Und wir haben Wort gehalten und waren zeitweise virtuell beim Familienessen dabei 😊. Derselbe Raclettekäse, jedoch 3’000 km dazwischen… kein Problem dank Videokonferenz 👉 siehe Handy im Hintergrund…

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