Nordkapp
Trotz einer windigen, garstigen Nacht konnten wir uns nach den verkehrstechnischen Strapazen des Vortages gut erholen und haben für die Tour zum Nordkapp extra den Wecker um 8:30 Uhr gestellt. Damit hatten wir ein gutes Timing, denn der Morgen präsentierte uns sprichwörtlich im besten Licht. Beste Kompensation für den struben Vortag und das Verkehrschaos!

Auf den Weg zum Nordkapp mussten wir aufgrund der wunderschönen Szenerie ein paar Mal stoppen. Für solche Momente greife ich gerne zur Spiegelreflexkamera, denn nur diese Kamera stellt die wahren Farben dar. Dafür sind iPhones nicht geeignet, weil sie aus jedem noch so grauen Himmel einen blauen machen – leider, aus meiner gegebenenfalls antiquierten und nicht mehr dem Instagram Standard entsprechenden Meinung…

Auch das nächste Foto habe ich mit der Spiegelreflex aufgenommen. Mitten auf der Strasse zum Nordkapp, einfach Warnblinker rein, Stativ aufgestellt und knips. Wichtig: Solche Fotos schiesst man nur mit Stativ, denn die Belichtungszeit muss aufgrund der Dunkelheit höher ausfallen. Die Schärfe bringt bei mehreren Zehntelsekunden oder sogar Sekunden Belichtungszeit keine noch so ruhige Hand hin. Selbst mit dem Stativ war es aufgrund des Windes und der Kälte so, dass nur eines von fünf Fotos wirklich gelang.



Das Nordkapp: Irgendwie kam es mir spontan wie Lourdes in Frankreich vor. Ein Ort, den man einmal im Leben besuchen sollte. Ich hatte immer die böse Vorahnung, dass wenn wir das Nordkapp irgendwann besuchen würden, es uns im stockdichten Nebel empfangen würde. Wir hatten wirklich ein Riesenglück und trafen es von der besten Seite an. Zumindest für eine halbe Stunde, anschliessend zogen dicke Wolken auf und die Sichtverhältnisse wurden rapid schlechter.
Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall! Gerade in dieser Jahreszeit machte sich bei uns der Eindruck breit, dass dies wirklich «erarbeitet» werden musste. Die lange Fahrt bis dahin, die raue und unwirkliche Szenerie. Darauf wird auch auf der der Website nordkapp.no hingewiesen. Man sollte keinen fixen Plan und Zeitdruck haben, denn die Zufahrt kann unter Umständen mehrere Tage gesperrt sein. Bei schlechtem, aber nicht zu schlechtem Wetter muss im Convoy hinter dem Räumfahrzeug gefahren werden zu fix vorgegebenen Zeiten. Täglich würde es aber nur 2 Convoys für Privatfahrzeuge geben. Daher war es für uns ein besonderes Erlebnis. Ohne Convoy und begleitet von bestmöglichen Bedingungen – einfach fantastisch!







4’250 km haben wir mit unserem Bulli bis hierhin abgespult. Laut Anzeige mit 8 Liter pro 100 km verbraucht und 2x mit Schneeketten gefahren. Mit Ausnahme der 180 Grad Pirouette auf Eis ohne jeden Zwischenfall bis jetzt. Unser Therapiebüssli ist ein Traum!!

Im Anschluss besuchten wir das kleine Dörfchen Honningsvåg, wo die Hurtigruten Schiffe anlegen. Längst hatte sich bei uns ein schönes Hungergefühl bemerkbar gemacht und so stärkten wir uns im «Corner Spiseri» mit einer feinen Fischsuppe und Salattellern mit Rauchlachs und Poulet auf. Der Rauchlachs muss extra erwähnt werden, der wurde in einer Qualität serviert, wie er bei uns gar nicht erhältlich ist – unglaublich lecker!



Nach so vielen gefahrenen Kilometern machte sich bei uns das Bedürfnis breit, etwas früher auf einen Camping zu fahren, Wäsche zu waschen, Blog zu schreiben und einfach zu relaxen. Nun hoffen wir auch hier auf weitere Nordlichter in Lakselv…



