Abstecher nach Grenen, Überfahrt DK > S und weiter nach N
Das angekündigte Relaxen nach dem intensiven Tag mit ausschliesslicher Autofahrt haben wir erfolgreich umgesetzt. Samstagmorgen bin ich erst um 9 Uhr erwacht, seit Monaten ein neuer persönlicher Weltrekord 😊.

Die Zeit zwischen Frühstück und Check-In der Fähre haben wir genutzt, um den absolut nördlichsten Zipfel von Dänemark zu besuchen: Grenen oberhalb des Touristenortes Skagen, wo die beiden Meere Skagerrak und Kattegat zusammentreffen.



War es diesen Abstecher wert? Absolut, denn da waren Dutzende Robben zugegen 🦭! Das war ein Spektakel, denen zuzuschauen. Aber schwierig zu fotografieren mit dem Handy 👉 links unten vom Felsen:

Da war ein anderer Besucher mit seiner Ausrüstung deutlich besser ausgestattet:

Weniger schön anzusehen, aber einer geschichtsträchtigen Vergangenheit geschuldet, stehen hier zahlreiche Betonbunker und wurden mit bedeutsamen Graffitis wie z.B. „Fuck AfD“ verziert 🙄… Der „Hauptbunker“ gehörte zum Atlantikwall und diente während des 2. Weltkrieges als Sanitätsbunker für deutsche Soldaten. Den haben wir aus zeitlichen Gründen jedoch nicht besucht…


Pünktlichkeit wird hier Gross geschrieben. Die Fähre verliess auf die Minute genau den Hafen. Die Einweisung verlief äusserst ruhig und geordnet. Weshalb ich das erwähne? Da kommen Erinnerungen hoch vom Herbst an den Hafen Genua vor unserer Überfahrt nach Sardinien 🤭. Hektik, übertriebene Gesten und logistisches Chaos pur. Hier in Dänemark oder generell in Skandinavien könnten die definitiv was dazulernen 😉. Ob’s ein Austauschprogramm dafür gibt?


Aufgefallen ist uns auch, dass die Fähren im Stillstand nicht qualmen wie diejenigen in Italien. Technisch wäre es also möglich, einen Beitrag zu leisten…
Ausserdem fielen auf der Fähre zahlreiche Leute auf, die mit faltbaren Sackkarren unterwegs waren. Zuerst vermutete ich, dass diese als mobile Sitzgelegenheiten genutzt werden können. Denn überzählige Sitzplätze abseits der Restaurants hatte es nicht.
Des Rätsels Lösung war aber ein „natürliches“, menschliches Bedürfnis: Günstig Alkohol einzukaufen 😂. Literweise wurden liquide Spezialitäten wie Tuborg, Eriksberg und Co. aus dem schiffseigenen „Bordershop“ in Kartons weggekarrt. Die Fährverbindung DK-S ist somit offenbar ein schwimmender Duty-Free Shop – wieder was dazugelernt 😎 und doch nicht profitiert 😉…


Was wir nur beiläufig gemerkt haben und uns gar nicht bewusst waren: Wir haben uns mit der gewählten Route inklusive Fährüberfahrt mehrheitlich auf der E45 bewegt, die Nord-Süd Verbindung, welche sich über eine Distanz von 5’190 km von Alta in Norwegen bis an die Küste von Sizilien erstreckt.
Göteborg werden wir zu einem anderen Zeitpunkt mal besuchen. Bei der Ankunft mit der Fähre haben wir trotzdem ein paar positive Eindrücke sammeln können und auch beim Herausfahren aus dem hell beleuchteten Hafen und aus der Stadt.

In Begleitung von starkem Regen und ausgeprägter Dunkelheit haben wir uns auf der E6 Richtung Norden gemacht. Kurz vor der norwegischen Grenze mussten wir zugunsten eines bekannten schwedischen Menüs einen Zwischenstopp einlegen. Dürfte allgemein bekannt sein, gibt es in einem Möbelhaus bei uns ebenfalls 😉.

Knapp vor 22 Uhr und 451 km Fahrt haben wir oberhalb von Oslo am bekannten Holmenkolmen einen weiteren Gratisstellplatz gefunden. Wir sind hier im Nebel weit und breit allein auf einer riesigen Eisfläche, wo taktisch kluges Parkieren angesagt war. Hoffe, dass der Plan aufgeht und wir das Auto wieder rausfahren können 😊. Wir lassen es morgen hier stehen, denn 300 m von hier fährt gleich die U-Bahn vorbei.




